Während Oberbürgermeister Siegfried Balleis mit dem Taschentuch von der Bühne winkt, ziehen die Festwirte mit Pickel und Schaufel sowie Thomas Fischer als Priester verkleidet mit dem Fass auf den Berg, um es zu begraben.
Foto: Klaus-Dieter Schreiter
Das Fass ist begraben, die 240. Erlanger Bergkirchweih ist beendet. Selbst das miserable Wetter hatte die eingefleischten Bergfans nicht davon abhalten können, dem letzten Fass ein würdiges Geleit zu geben.
Mächtig melancholisch
Dabei war es eigentlich wie immer, wenn das Fass begraben wird — schön traurig, mächtig melancholisch. Die alten und neuen Freunde werden ein letztes Mal umarmt, und Oberbürgermeister Siegfried Balleis lässt die Abschiedshymne von der Lili Marleen anstimmen. Danach ziehen die Erich-Festwirte mit dem letzten Fass Bier durch die mit weißen Tüchern winkenden Bergfans, und die Kapelle intoniert zur Melodie von „God save the queen“ die fränkische Version von „Blutwurst mit Sauerkraut“.
Und natürlich wird an diesem Abend der Berg verlängert, zumindest für die halbe Stunde, die für das Verbuddeln des Fasses benötigt wird. Am Grabesrand herrscht dann ein mächtiges Gedränge, wenn die Helfer das Grab ausheben, wenn der als Priester verkleidete Festwirt Thomas Fischer mit der Klobürste das Bier verspritzt, und wenn die letzten Maßen erst angetrunken und dann auf das in der Erde liegende Fass geschüttet werden. Erst wenn dass alles vorbei ist und die Mannschaft wieder vor den Keller gezogen ist, ist die Kirchweih wirklich vorbei. Dann gehen zumindest am Erich-Keller abrupt die Lichter aus, und während sich die Pärchen in den Armen liegen, geraten sich ein paar Unverbesserliche in die Haare.
Trotz des Sauwetters hatten sich Prominente wie Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer, Ex-Vorstandsmitglied Klaus Wucherer, lokale Wirtschaftsgrößen und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nicht abhalten lassen — erst wurde von Horst Köhler „Abschied“ genommen, dann vom Berg.
OB und Bergreferent Konrad Beugel zogen eine letzte Bilanz, die weniger trunkene Jugendliche, aber mehr trunkene Autofahrer verzeichnete. Und mit der verkürzten Nacht für den After-Berg haben sich wohl die meisten jungen Besucher abgefunden.
kds, Erlanger Nachrichten
Foto: Klaus-Dieter Schreiter
Das Fass ist begraben, die 240. Erlanger Bergkirchweih ist beendet. Selbst das miserable Wetter hatte die eingefleischten Bergfans nicht davon abhalten können, dem letzten Fass ein würdiges Geleit zu geben.
Mächtig melancholisch
Dabei war es eigentlich wie immer, wenn das Fass begraben wird — schön traurig, mächtig melancholisch. Die alten und neuen Freunde werden ein letztes Mal umarmt, und Oberbürgermeister Siegfried Balleis lässt die Abschiedshymne von der Lili Marleen anstimmen. Danach ziehen die Erich-Festwirte mit dem letzten Fass Bier durch die mit weißen Tüchern winkenden Bergfans, und die Kapelle intoniert zur Melodie von „God save the queen“ die fränkische Version von „Blutwurst mit Sauerkraut“.
Und natürlich wird an diesem Abend der Berg verlängert, zumindest für die halbe Stunde, die für das Verbuddeln des Fasses benötigt wird. Am Grabesrand herrscht dann ein mächtiges Gedränge, wenn die Helfer das Grab ausheben, wenn der als Priester verkleidete Festwirt Thomas Fischer mit der Klobürste das Bier verspritzt, und wenn die letzten Maßen erst angetrunken und dann auf das in der Erde liegende Fass geschüttet werden. Erst wenn dass alles vorbei ist und die Mannschaft wieder vor den Keller gezogen ist, ist die Kirchweih wirklich vorbei. Dann gehen zumindest am Erich-Keller abrupt die Lichter aus, und während sich die Pärchen in den Armen liegen, geraten sich ein paar Unverbesserliche in die Haare.
Trotz des Sauwetters hatten sich Prominente wie Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer, Ex-Vorstandsmitglied Klaus Wucherer, lokale Wirtschaftsgrößen und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nicht abhalten lassen — erst wurde von Horst Köhler „Abschied“ genommen, dann vom Berg.
OB und Bergreferent Konrad Beugel zogen eine letzte Bilanz, die weniger trunkene Jugendliche, aber mehr trunkene Autofahrer verzeichnete. Und mit der verkürzten Nacht für den After-Berg haben sich wohl die meisten jungen Besucher abgefunden.
kds, Erlanger Nachrichten
